Entwurf zum Rahmen für die Van Eyckschen Gemälde (Genter Altar)
Zeichnung, Objektdesign
Schinkel, Karl Friedrich (13.3.1781 - 9.10.1841), Zeichner
wohl um 1827
Papier (vélin)
Graphitstift
Blattmaß: 174,5 x 51,7
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Inv.-Nr.: SM 46.30
Zu Schinkels Bilderrahmen-Entwürfen im Allgemeinen vgl. die Angaben zu Inv. SM 41e.299. Diese Zeichnung gehört zu den wenigen individuellen Rahmenentwürfen, die Schinkel für Hauptstücke der Gemäldegalerie anfertigen durfte, darunter die Originalflügel des Genter Altars von Jan und Hubert van Eyck sowie Tafelbilder aus deren Umkreis. Für diese Bildwerke des frühen 15. Jahrhunderts entwarf Schinkel eine Rahmung, die deren Entstehungszeit berücksichtigte und mit charakteristischen Elementen der Gotik versehen wurde. Dementsprechend verziert die Rahmenleiste ein verschlungenes Blätterrankenwerk mit gotisierenden Rosetten. Den unteren Rahmenabschluss bildet ein so genannter Wasserschlag, der für Bilderrahmen der Gotik typisch ist. Verziert ist der Wasserschlag wiederum mit einem Dreipass-Ornamentband.
Nach dieser Entwurfszeichnung wurden Bilderrahmen für die sechs Originalflügel des Genter Altars angefertigt, die nach dem Ersten Weltkrieg als Teil der Reparationszahlungen Deutschlands an Belgien nach Gent zurückkehrten. In der Dauerausstellung der Gemäldegalerie weiterhin zu sehen sind diese Rahmen an Bildern aus dem Umkreis van Eycks: Goswijn van der Weydens “Maria mit dem Kind und Stiftern“, um 1511/15, das um 1830 als "van Eyck-Schule“ galt (SMB PK, Gemäldegalerie, R.I.Nr. A.93.1384) sowie Carl Friedrich Schulz’ Kopie der „Maria“ des Genter Altars von 1826 (SMB PK, Gemäldegalerie, R.I.Nr. A 93.1355)
Text. Julia Sedda (2012)
Iconclass:
48C33 * Werk der angewandten Künste (angewandte Künste, Berufe, Gesellschaft, Gewerbe, Handwerk, Kultur, Kunst, Kunstgewerbe, Künstler, Kunstwerk, Zivilisation)
48C5156 * Bilderrahmen etc. (Berufe, Buchmalerei, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Künstler, Malerei, Malwerkzeug, Miniatur, Rahmen, Werkzeug, Zivilisation)
Literatur ⇓
Sievers, Johannes1942xyz: Bauten für die Preußischen Prinzen. Teil 1, Bauten für die den Prinzen Karl von Preußen, Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk, Bd. 4, 1942, S. 246, 256.
Sievers, Johannes1950xyz: Die Möbel, Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk, Bd. 6, 1950, S. 79 f., Taf. 208 (Ausschnitt).
Wolzogen, Alfred von (Hrsg.): Aus Schinkel's Nachlaß. Reisetagebücher, Briefe und Aphorismen, 3 Bde., Berlin 1862-1863. Bd. 4: Katalog des künstlerischen Nachlasses, Berlin 1864. Reprint 1981, 1862-1864, Bd. 4, 1864, S. 355
von Roenne, Bettina: Ein Architekt rahmt Bilder. Karl Friedrich Schinkel und die Berliner Gemäldegalerie, 2007, S. 74 f. Kat.-Nr. 35; 36 mit Abb. 37 (Entwurf und Ausführung).
von Roenne, Bettina: Schinkel rahmt. Die Bilderrahmen Karl Friedrich Schinkels, 2011, S. 267 Abb. 55.
PURL:
http://schinkel.smb.museum//index.php?id=1506518
Provenienz ⇓
Berlin; private Sammlung; Berger, Wilhelm
vierter Vorbesitzer
Berlin; öffentliche Sammlung; Preußisches Kulturministerium, Schinkel-Museum
dritter Vorbesitzer
1862 - 1879
Berlin; öffentliche Sammlung; Technische Hochschule Berlin, Schinkel-Museum
zweiter Vorbesitzer
1879 - 1923
Leningrad; öffentliche Sammlung; Eremitage
zeitweilige Verwaltung
Mai/Juni 1945 - 1958
Berlin; öffentliche Sammlung; Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
erster Vorbesitzer
1923 - 1992
Berlin; öffentliche Sammlung; Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett
Verwalter
1992
Foto: 2011 ©
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

