Entwurf zu einem Bilderrahmen
Zeichnung, Objektdesign
Schinkel, Karl Friedrich (13.3.1781 - 9.10.1841), Zeichner
wohl um 1827
Papier (vélin)
Graphitstift, über Vorzeichnung mit Graphitstift und Zirkel
Blattmaß: 49,3 x 33,7
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Inv.-Nr.: SM 43a.7
Zu Schinkels Bilderrahmen-Entwürfen im Allgemeinen vgl. die Angaben zu Inv. SM 41e.299. Schinkel hat die Leiste sowie das aufgelegte Dekor sorgfältig gezeichnet. Der Profilquerschnitt der Leiste ist farbig laviert. In der Mitte hat Schinkel den äußeren Umriss des Rahmens schematisch wiedergegeben. Palmetten und Spiralen im klassizistischen Geschmack schmücken den Rahmen. Allerdings entsprechen die dekorative Betonung der Rahmenecken und Leistenmitten sowie deren Fortsetzung über den äußeren Rahmenrand hinaus einer barocken Bilderrahmung. Den Barock schätzte Schinkel bekanntlich nicht, doch hat er sich bei der Bilderrahmung barockisierender Motive bedient.
Weshalb das Blatt, das in der Ausführung den anderen Vorlagenzeichnungen zum Stichwerk der "Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker“ entspricht, für die Publikation abgelehnt wurde, ist unbekannt. Dennoch sind Bilderrahmen nach diesem Entwurf erhalten, wie beispielsweise in der Alten Nationalgalerie zu Eduard Daege „Die Erfindung der Malerei“, 1832 (SMB PK, Nationalgalerie, Inv. Nr. A I 216) oder zu einem Antonio Bandile zugeschriebenen Gemälde "Thronende Maria mit dem Kind, Joseph, dem Johannesknaben, den Hll. Katharina von Alexandrien, Sebastian und dem Erzengel Raphael“, welches erst 1832 in die Gemäldegalerie gelangte (SMB PK, Gemäldegalerie, R.I.Nr. A 93.0820). Ferner gibt es eine Handwerkerpause nach dieser Zeichnung in der Berliner Kunstbibliothek (SMB PK, Kunstbibliothek, Hdz. 8334 a).
Text: Julia Sedda (2012)
Iconclass:
48C33 * Werk der angewandten Künste (angewandte Künste, Berufe, Gesellschaft, Gewerbe, Handwerk, Kultur, Kunst, Kunstgewerbe, Künstler, Kunstwerk, Zivilisation)
48C5156 * Bilderrahmen etc. (Berufe, Buchmalerei, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Künstler, Malerei, Malwerkzeug, Miniatur, Rahmen, Werkzeug, Zivilisation)
Literatur ⇓
Wolzogen, Alfred von (Hrsg.): Aus Schinkel's Nachlaß. Reisetagebücher, Briefe und Aphorismen, 3 Bde., Berlin 1862-1863. Bd. 4: Katalog des künstlerischen Nachlasses, Berlin 1864. Reprint 1981, 1862-1864, Bd. 2, 1862, S. 314; Bd. 4, 1864, S. XIII, 353
von Roenne, Bettina: Ein Architekt rahmt Bilder. Karl Friedrich Schinkel und die Berliner Gemäldegalerie, 2007, S. 92 f. Kat.-Nr. 53 mit Abb.
von Roenne, Bettina: Schinkel rahmt. Die Bilderrahmen Karl Friedrich Schinkels, 2011, S. 284 Abb. 76.
PURL:
http://schinkel.smb.museum//index.php?id=1505954
Provenienz ⇓
Berlin; öffentliche Sammlung; Gewerbe-Institut
vierter Vorbesitzer
bis 1845
Berlin; öffentliche Sammlung; Preußisches Kultusministerium, Schinkel-Museum
dritter Vorbesitzer
1845 - 1879
Berlin; öffentliche Sammlung; Technische Hochschule Berlin, Schinkel-Museum
zweiter Vorbesitzer
1879 - 1923
Leningrad; öffentliche Sammlung; Eremitage
zeitweilige Verwaltung
Mai/Juni 1945 - 1958
Berlin; öffentliche Sammlung; Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
erster Vorbesitzer
1923 - 1992
Berlin; öffentliche Sammlung; Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett
Verwalter
1992
Foto: 2011 ©
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

